Geschichte

Ortsstelle Lilienfeld

Helfen am Berg, freiwillig und ehrenamtlich, seit 1928

Am 19. März 1905 wurde in Lilienfeld der erste Alpine Torlauf der Schigeschichte von Schipionier Mathias Zdarsky durchgeführt. Bereits 1896 konstruierte er die für damals bahnbrechende Stahlsohlenbindung mit Federzug. Es war sein Bestreben, diese Sportart einer möglichst breiten Masse zugänglich zu machen. Im Rahmen des 1898 in Lilienfeld und 1900 in Wien gegründeten „Alpenschiverein“ hat er über 20.000 Menschen kostenlos ausgebildet. Von ihm wurde auch die Einführung der Wintersportzüge zu den verschiedenen Wintersportzentren veranlasst, so wie nach Lilienfeld.

1928

Im Rahmen des Alpinen Rettungsauschusses Wien - Sektion St. Pölten des ÖTK wurde die Ortsstelle Lilienfeld gegründet. 

Gründer: Reg. Rat Dr. Heinrich Schillinger, Obmann: Ing. Karl Brunnbauer, Stv.: Ing. Edi Schmid Apotheker Platzl, von Herrn Martinez wurde ein Lohnauto als Sanitätsauto zur Verfügung gestellt. Das Einsatzgebiet umfasste die Reisalpe, Lilienfeld, Kolmbauer, Gut Neuhof (Josef Zöchling), Lilienfelder Hütte (Pächter Franz Marischka) und Hinteralpe Naturfreundehaus. Die Rettungsmannschaft umfasste 13 Helfer. Bereits Weihnachten 1928 wurden 6 Verletzte geborgen.

1946

Nach den Kriegsjahren wurde 1945 die Idee „Helfen am Berg“ wieder verwirklicht. Ab 1946/1947 unter der Leitung von Franz Winkler zählte die Rettungsmannschaft wieder ca. 15 Freiwillige. Auf der Lilienfelder Hütte wurde ein Holzakja, eine Trage und Vorsorgeapotheke hinterlegt. Die Schipiste ging etwa bis zur heutigen Bergrettungshütte. Bereits 1952 wurden von Herrn Prim. Dr. Hauser Rettungskurse an denen Bergrettungskameraden teilnehmen abgehalten. Ab 1953 bekam eine Ortsstelle pro Jahr ca. 500, Schilling und konnte so wie heute die Kosten nur durch Spenden abdecken.

1955

Wurde in Absprache mit dem Stift Lilienfeld als Grundeigentümer und unter Initiative des Ortsstellenleiters Josef Holzer die heutige Diensthütte oberhalb der Lilienfelder Hütte unter schwierigen Bedingungen, sowohl finanzieller wie auch technischer Natur, erbaut. Bis 1958 erfolgte der Dienst auf der Lilienfelder Hütte. 1963 wurde der Schlepplift von der Mittelstation in Betrieb genommen.

1964

Wurde der Sessellift auf den Muckenkogel gebaut. Durch die damals noch relativ schlechte Ausrüstung mit Verbindung mit im Regelfall eher bescheidenem schifahrerischen Können waren bis zu 10 Abtransporte an Wochenenden keine Seltenheit. Durch regen Ausbildungsbesuch und Einsatz konnte die Ortsstelle auch diese neue Situation meistern.

1969

Ernst Kohl löst Josef Holzer ab und wird neuer Ortsstellenleiter in Lilienfeld.

1972

Wurde ein Schi-Doo zum Transport von Verletzten aus dem Kesselbodenbereich, sowie für den Wassertransport zur Hütte angekauft. Die Einsatzbereitschaft wurde durch den Ankauf von Funkgeräten speziell bei Suchaktionen erhöht. Ein Windgenerator zur Erzeugung von Strom auf der Hütte wurde montiert. Bedingt durch die Weiterentwicklung am Materialsektor zu Beginn der 80er Jahre war ein Rückgang der Schiunfälle zu verzeichnen. War bisher der Muckenkogel als Schi- und Wanderberg ein Begriff, so wurde durch neue Sportarten wie Drachenflug, Paragleiten und Klettern an gefrorenen Wasserfällen die Bergrettung Lilienfeld vor neue Aufgaben der Bergungstechnik gestellt.

1994

Um möglichst schnell am Einsatzort sein zu können, wurde nicht nur der Notruf 140 über Pager eingeführt, sondern auch ein Bergrettungsfahrzeug angeschafft. Weiters wurde ein Hüttenzubau für Materiallagerung sowie eine Kletterwand bei der Diensthütte errichtet. Sie erfreute sich bis vor Kurzem großer Beliebtheit der Jugend bei Veranstaltungen des „Lilienfelder Sommerspasses“.

1995

Tritt Ernst Kohl nach 26 Jahren Ortsstellenleitertätigkeit zurück. Alfred Gruber wird neuer Ortsstellenleiter.

2002

Wurde unser altes Bergrettungsfahrzeug, das uns am Berg gute Dienste erwiesen hat, durch ein modernes Einsatzfahrzeug der Marke Landrover Defender abgelöst. Unser neues Einsatzfahrzeug entspricht den Anforderungen der Bergrettung, kann einen großen Teil unserer Mannschaft aufnehmen und ist bestens geeignet Verletzte auch liegend zu transportieren. Die Vorteile unseres neuen Einsatzfahrzeuges wurden bei der Hochwasserkatastrophe im Kamptal und an der Donau gleich auf die Probe gestellt.

2007

Alfred Gruber tritt nach 12 Jahren Ortsstellenleitertätigkeit zurück. Neuer Ortstellenleiter wird Thomas Bichelhuber. Durch den Ankauf eines Bergrettungs-Einsatzanhängers wird unser Fuhrpark erweitert. Die in die Jahre gekommenen Innenräume unserer Diensthütte wurden ebenfalls in vielen Arbeitsstunden renoviert. Ein neuer Ölofen sorgt in der Winterzeit für behagliche Wärme.

2008

Im März 2008 wurde durch den Orkansturm Emma unsere beliebte Kletterwand völlig zerstört und musste leider abmontiert werden.

Im Herbst wurde der schon in die Jahre gekommene Skidoo durch ein neues, modernes und leistungsstarkes Einsatzgerät ersetzt. Nun sind wir wieder bestens für unsere Pisteneinsätze gerüstet.

2010 - 2011

Das neue Funksystem

Effektiveres, digitales Arbeiten.

Der Anlass des Umstieges des Funksystems hat viele Gründe, einerseits höhere Anforderungen und andererseits finanzielle. Die Errichtungs- und Unterhaltskosten des Tetron-Systems werden vom Bundesministerium für Inneres und von den einzelnen Bundeländern übernommen, es entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten für die Bergrettung Nö/Wien. Für Einsätze sehr wichtig ist die organisationsübergreifende Kommunikation mit anderen Einsatzkräften. In Niederösterreich sind bereits alle Rettungsorganisationen (Feuerwehr, Rotes Kreuz, Arbeiter Samariter Bund, Wasserrettung, Höhlenrettung) damit ausgestattet, dadurch ist ein effektiveres und schnelleres Arbeiten im Rettungsdienst möglich. 

2015

Die Bergrettung Lilienfeld erhält von der Stadtgemeinde Lilienfeld die Möglichkeit im Gebäude der Talstation im ehemaligen Wirtshaus, eine moderne Zentrale zu errichten.

Für die Ortsstelle Lilienfeld bietet sich dort die einmalige Möglichkeit eine optimale Infrastruktur für Mitglieder, Ausbildung, Einsätze, Fahrzeuge und Material zu schaffen.

Das Gebäude der Talstation ist im Besitz der Stadtgemeinde Lilienfeld, wurde thermisch saniert und liegt inmitten des Haupteinsatzgebietes, optimal am Fuße des Muckenkogels. Eine einzigartige Möglichkeit für die Ortsstelle Lilienfeld einen Mannschafts- und Schulungsraum, Raum für die Einsatzleitung, Materialdepot und ein Carport für die nächsten Bergrettungsgenerationen in Lilienfeld zu errichten.

2016

Im Frühjahr 2016 haben wir mit dem Umbau und Renovierungsarbeiten unserer neuen Zentrale begonnen. Das Projekt konnten wir durch die großzügige Unterstützung unserer Landesleitung bereits im Sommer 2016 fertigstellen. Erfreulicherweise kann aus aus unserer Sicht die Lage des neuen Standortes als optimal für die Bergrettung Lilienfeld bezeichnet werden.


UNSERE ORTSSTELLENLEITER

1947 bis 1955   -  Franz Winkler

1955 bis 1969   -  Josef Holzer

1969 bis 1995   -  Ernst Kohl

1995 bis 2007   -  Fred Gruber

2007 bis heute  - Thomas Bichelhuber


UNSERE EINSATZLEITER

1960 bis 1969   -  Alois Holzer

1969 bis 1981   -  Erich Zormann sen.

1981 bis 2008   -  Ernst Zormann

2008 bis 2016   -  Jürgen Schwarz

2016 bis heute  - Bernd Ebner